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Dojokun 道場訓 – Verhalten & Etikette

🥋 Dōjōkun – Werte, Haltung und Weg der Kampfkunst

Im Budokan Vorderpfalz verstehen wir Kampfkunst nicht allein als körperliches Training, sondern als einen Weg der Schulung von Haltung, Charakter und Verhalten. Technik ohne innere Reife bleibt unvollständig. Erst durch Achtsamkeit, Respekt, Selbstdisziplin und verantwortungsbewusstes Handeln wird Kampfkunst zu einem echten Weg.

Deshalb orientiert sich unser Unterricht nicht nur an Form, Anwendung und körperlicher Entwicklung, sondern ebenso an klaren ethischen Leitlinien. Diese finden bei uns Ausdruck in den Dōjōkun des nach Kyoshi Werner Lind, in den Shōtō Nijūkun von Sensei Gichin Funakoshi sowie im Geist des Wǔ Dé (武德) – den „Tugenden der Kampfkunst“ –, wie sie in chinesischen und insbesondere auch in der Shaolin-Tradition überliefert wurden.

Diese Leitsätze bilden den inneren Rahmen unseres Trainings. Sie erinnern uns daran, dass wahre Kampfkunst nicht im Beherrschen anderer liegt, sondern im Beherrschen des eigenen Geistes, im verantwortungsvollen Umgang mit Kraft und im aufrichtigen Verhalten gegenüber anderen.

Unsere Grundsätze im Überblick

Verhältnis zu sich selbst
Suche nach der Vervollkommnung deines Charakters.

Verhältnis zur Welt
Sei aufrichtig, loyal und zuverlässig.

Wege des rechten Strebens
Sei achtsam in deinem Streben.

Verhaltensetikette
Ehre die Prinzipien der Etikette.

Gewaltloses Handeln
Verzichte auf Gewalt.

Diese Grundsätze sind für uns keine bloßen Worte oder Schmuck für die Wand. Sie sind eine tägliche Übung in Selbstprüfung, Selbstführung und Verantwortung – im Training, im Umgang miteinander und im Leben außerhalb des Dōjō.

Dōjōkun und Wǔ Dé

Dōjōkun (道場訓) bezeichnet die Verhaltensregeln und Leitsätze eines Dōjō. Sie geben Orientierung für ein rechtes Verhalten, für eine klare innere Haltung und für den verantwortungsvollen Weg der Übung.

Das chinesische Wǔ Dé (武德), die „Tugend der Kampfkunst“, beschreibt denselben inneren Anspruch aus einer anderen kulturellen Wurzel. Es erinnert daran, dass kämpferisches Können immer mit Moral, Demut, Respekt, Geduld, Aufrichtigkeit und Mitgefühl verbunden sein muss. Ohne diese Tugenden verliert Kampfkunst ihren Sinn und wird zur bloßen Technik.

So begegnen sich in unserem Verständnis japanische Dōjōkun, okinawanische Überlieferung und chinesisches Wǔ Dé nicht als Gegensätze, sondern als Ausdruck einer gemeinsamen Wahrheit:
Kampfkunst soll den Menschen nicht verhärten, sondern veredeln.

Kampfkunst als Schule des Charakters

Richtig verstanden verbindet Kampfkunst:

den Weg (dō / dao)
die Technik (waza / fa)
und die innere Haltung, aus der heraus gehandelt wird

Training bedeutet deshalb nicht nur, Bewegungen zu lernen, sondern auch, an sich selbst zu arbeiten. Respekt, Disziplin, Geduld, Bescheidenheit, Mut und Selbstbeherrschung sollen nicht auf der Matte enden, sondern im Alltag sichtbar werden.

Unsere Übung zielt daher nicht auf Härte um ihrer selbst willen, sondern auf Klarheit, Standhaftigkeit, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein. Die wahre Qualität eines Kampfkünstlers zeigt sich nicht darin, wie schnell er kämpft, sondern wie er denkt, handelt und anderen begegnet.

Historische Wurzeln

Die Verbindung von kämpferischer Schulung und ethischer Unterweisung hat in den Kampfkünsten eine lange Tradition. Bereits in den frühen chinesischen Systemen – insbesondere im Umfeld des Shaolin – wurde betont, dass Kraft und Können nur dann wertvoll sind, wenn sie von Tugend getragen werden. Aus diesem Verständnis entwickelten sich Formen des Wǔ Dé, also moralische Leitlinien für die Übung der Kampfkunst.

Auch in Okinawa und Japan wurden diese Gedanken weitergeführt und in Dōjō-Regeln, Lehrsätze und Verhaltenskodizes übertragen. Meister Gichin Funakoshi brachte diesen Geist in seinen bekannten Shōtō Nijūkun in prägnanter Form zum Ausdruck.

Unser Verständnis im Budokan Vorderpfalz

Für uns bedeutet Kampfkunst:

den eigenen Charakter zu formen
mit Respekt und Achtsamkeit zu üben
Disziplin mit Menschlichkeit zu verbinden
Kraft nicht zur Dominanz, sondern zur Verantwortung zu entwickeln
den Weg der Kampfkunst auch als Weg der inneren Reifung zu verstehen

So sind Dōjōkun und Wǔ Dé für uns keine Nebensache, sondern Teil des eigentlichen Trainings. Sie geben unserem Üben Richtung, Tiefe und Sinn.

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