🥋 dōjōkun – Prinzipien der Kampfkünste
Im Budokan Vorderpfalz verstehen wir Kampfkunst nicht nur als körperliches Training, sondern als Weg, der Haltung, Charakter und Verhalten formt.
Deshalb üben und lehren wir:
die dōjōkun des Budo Studien Kreises (BSK) nach Sensei Werner Lind
die shōtō nijūkun von Sensei Gichin Funakoshi
sowie das Verständnis des wǔ-dé (武德) – der „Tugenden der Kampfkunst“ – in der Tradition von Dai Sifu Frankie Dow und der Shaolin.
Diese Leitsätze bilden den ethischen Rahmen unseres Trainings:
Sie geben Orientierung dafür, wie wir mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit der Kunst umgehen, die wir üben.
Unsere Grundsätze im Überblick
Die dōjōkun des BSK werden bei uns in fünf übergeordneten Leitsätzen zusammengefasst:
Verhältnis zu sich selbst – Suche nach der Vervollkommnung deines Charakters.
Verhältnis zur Welt – Sei aufrichtig, loyal und zuverlässig.
Wege des rechten Strebens – Sei achtsam in deinem Streben.
Verhaltensetikette – Ehre die Prinzipien der Etikette.
Gewaltloses Handeln – Verzichte auf Gewalt.
Diese Grundregeln sind keine Theorie für die Wand, sondern eine selbstkritische Übung:
Sie begleiten unser Training auf und neben der Matte.
Was ist dōjōkun?
dōjōkun (道場訓) bezeichnet in den Kampfkünsten die Verhaltensregeln eines Dōjō – praktische Anleitungen für richtige Haltung (shisei) und richtiges Verhalten.
Seit jeher war es in den klassischen Kampfkünsten üblich, die körperliche Übung mit philosophischen und ethischen Leitlinien zu verbinden, damit Kraft nicht ohne Verantwortung geübt wird.
Richtig verstanden verbindet die dōjōkun:
die Philosophie des Weges (dō)
mit der Form und Technik (waza)
Sie sorgt dafür, dass Erkenntnisse nicht im Kopf steckenbleiben, sondern im täglichen Verhalten sichtbar werden.
Historische Wurzeln (Kurzfassung)
Die Idee, gefährliche Techniken durch klare ethische Regeln zu zügeln, reicht bis in die frühen chinesischen Kampfkünste zurück, insbesondere in das Shǎolín-Kloster.
Später entstanden daraus:
die wǔ-dé-Regeln (Tugenden der Kampfkunst)
Formen von Verhaltenskodizes in verschiedenen quánfǎ-Stilen
und schließlich dōjōkun-Konzepte in Okinawa und Japan.
Meister Gichin Funakoshi fasste diese Gedanken im Karate in seinen bekannten shōtō nijūkun („20 Regeln des Karate-dō“) zusammen.
Im Budo Studien Kreis (BSK) wurden historische dōjōkun-Fassungen neu geordnet und in die fünf oben genannten Leitsätze gebracht, die wir auch im Budokan Vorderpfalz anwenden.
